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Farbvererbung beim Thai Ridgeback

 

Die Fellfarben werden von nur zwei Pigmenten gebildet:

  • Eumelanin ist für die dunkle, meist schwarze Farbe zuständig
  • Phäomelanin ist hell von weißlich bis rot

Alle Farben werden von diesen beiden Pigmenten gebildet, das unterschiedliche Erscheinungsbild entsteht durch unterschiedliche Verteilung und verschiedene Veränderungen und ist von einer Vielzahl von Allelen (Genpaaren) abhängig.

Beim Thai Ridgeback Dog sind laut Standard vier Farbe erlaubt: Rot, Schwarz, Blau und „Isabella“. Damit haben wir beim Thai Ridgeback nicht allzu viele Loci (Genorte), die für die Farbe verantwortlich sind. Um genau zu sein, hauptsächlich die, der A-Serie (Agouti = Wildfarben), der K-Serie (blacK = schwarz) und die der D-Serie (Delute = Aufhellung). Laut Standard dürften keine weiteren Gene relevant sein, allerdings kommen hin und wieder auch Farben vor, die nicht ganz ins Schema passen.

Wichtig für das Verständnis der Vererbung ist, dass sich die Gene der verschiedenen Loci getrennt vererben, die Gene der selben Serie jedoch nicht. Dominant oder Rezessiv sind Gene immer nur gegenüber Genen der eigenen Serie. Die verschiedenen Serien treten jedoch immer auf. Somit ist jede Farbe immer eine Vererbung mehrerer Eigenschaften.

An jedem Genort wiederum existiert ein Allel (Genpaar), welches sich aus einem Gen der Mutter und einem des Vaters zusammensetzt. Sind die beiden gleich, ist das Individuum homozygot (reinerbig) auf dieses Merkmal. Es kann dann auch nur dieses Merkmal an seine Nachkommen vererben. Sind die beiden Gene jedoch unterschiedlich, setzt sich im Erscheinungsbild das dominantere durch, vererben kann das Individuum jedoch beide Gene. Es ist heterozygot (mischerbig) auf dieses Merkmal.

 

Schwarz

Schwarz ist eine dominante Farbe.
Bis vor Kurzem glaubte man, es werde durch Gene der A-Serie (Agouti = Wildfarben) gebildet. Das Gen wurde mit As (solid black) bezeichnet.
Im Oktober 2007 wurde jedoch eine neue Serie entdeckt, welche für die schwarze Fellfarbe zuständig ist: die K-Serie (von blacK). Das dominante Kb unterdrückt die A-Serie und der Hund ist schwarz. Zur gleichen Serie gehören noch das rezessive kbr (brindel) und k, welches bei Reinerbigkeit die Ausbildung der roten Fellfarbe (A-Serie) erlaubt.
Da die Farbe über alle anderen dominant ist, können schwarze Hunde noch zusätzlich alle möglichen Farbgene tragen und sind damit für die Zucht so zusagen „Überraschungeier“, die alle möglichen Welpen bringen können. Auch die Erforschung der Ahnenreihe oder bereits vorhandene Nachzuchten bringen nur unzureichende Information, da rezessive Gene auch über viele Generationen versteckt weiter vererbt werden können.
Ist ein Hund reinerbig schwarz, wird er immer nur schwarze Nachkommen bringen, da sich diese Farbe gegenüber (fast; siehe Ausnahme bei Rot) allen durchsetzt.

Es existiert auch ein rezessives schwarz (a), dass z.B. beim Schäferhund vorkommt. Diese gehört der A-Serie an und theoretisch könnte es beim Thai vorkommen, weil auch zwei rote Hunde schon schwarze Welpen geboren haben, wahrscheinlicher finde ich aber, dass das rezessive rot beim Thai vorkommt (siehe unten)

 

Beispiele zur Vererbung

Verpaarung reinerbig schwarz (KbKb) und rot (kk)
Schwarz  x Rot

 

Kb

Kb

k

Schwarz  Kb k

Schwarz  Kb k

k

Schwarz Kb k

Schwarz
Kb k

Kb = Schwarz (dominant)
k = nicht schwarz (rezessiv)

Beide Hunde sind reinerbig (homozygot), da das dominante Merkmal das rezessive unterdrückt, erscheinen alle Nachkommen als schwarz, tragen aber ebenfalls die Anlagen für rot, sind also mischerbig (heterozygot)

  • 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel)

Verpaarung zweier heterozygot schwarzer Hunde (Kb k)
Schwarz x Schwarz

 

Kb

k

Kb

Schwarz Kb Kb

SchwarzKb k

k

Schwarz Kb k

Rot
k k

Kb = Schwarz (dominant)
k = rot (rezessiv)

Beide Elterntiere erscheinen Schwarz, sind aber heterozygot, daher spaltet sich die Merkmale wieder auf. Und zwar sind ¾ schwarz und ¼ wieder rot. Allerdings sind 50% wieder mischerbig, 25% sind reinerbig schwarz und 25% reinerbig rot.

  • 2. Mendelsche Regel (Spaltungsregel)

Rot

Der „normale“ rote Thai Ridgeback ist eigentlich gar nicht rot, sondern wildfarben, aber mit zurückgewichener schwarzer Bande, sodass er rot erscheint. Bekannter ist diese Färbung als blond oder gelb, z.B. beim gelben Boxer oder der deutschen Dogge. Typisches Kennzeichen dieser wildfarbenen Roten ist, dass sie durchaus auch Eumelanin produzieren und deshalb schwarze Haare bilden können, z.B. eine schwarze Maske, Sattel, Stichelung etc. haben können. Diese Farbe heißt dominantes Rot, entstammt der A-Serie und wird mit Ay (yellow, gelb) bezeichnet. Die A-Serie kann nur Sichtbar werden, wenn der Hund in der K-Serie kein Kb hat. Daher müssten phänotypisch rote Thai Ridgebacks reinerbig auf kk sein, also den Genotyp AyAykk aufweisen. In diesem Fall dürften zwei rote Thais immer nur rote (oder isabella) Nachkommen zeugen. Dies ist jedoch in der Praxis nicht der Fall. Hierfür gibt es zwei Erklärungen:

  • beim Thai Ridgeback kommt auch das rezessive schwarz vor (eher unwahrscheinlich)
  • oder das rezessive Rot (siehe unten)

Blau & Isabella

Beide Farben werden durch ein Gen der D-Serie (Delution, Verdünnung) gebildet, welches sowohl auf das Eumelanin als auch auf das Phäomelanin wirkt. Wobei das dominante D die volle Ausprägung der Farbe bewirkt und das rezessive d eine Verdünnung. Je nach Grundfarbe wird dann ein schwarzer Hund blau und ein roter „isabella“. Es hat ebenfalls eine Auswirkung auf die unbehaarten Stellen und führt so zu einem blauen Nasenspiegel und Lefzen, sowie zu hellen Krallen und Augen (wobei bei letzteren noch andere Gene mitspielen).
Der Grad der Verdünnung kann sehr unterschiedlich sein und so kann die Farbintensität von sehr hell bis dunkel, fast schwarz (Anthrazit) bzw. rot (zimt) reichen.
Da rezessiv gilt auch hier: Merkmalsträger sind immer reinerbig und bringen daher untereinander verpaart immer wieder delute-farbene Welpen. Ein blauer Hund, der ja nach seiner K-Serie schwarz (Kb) ist, kann durchaus ein Ay tragen und damit rot bzw. isabella vererben.

Hier kommt nun ein zweites Merkmal hinzu. Ist die Verpaarung homozygot schwarz (AsAsDD)mit blau (AsAsdd) funktioniert es wie oben. Ebenso bei homozygot rot (ayayDD) x isabell (ayaydd)
Schwarz x Schwarz

 

D

D

d

Schwarz Dd

Schwarz Dd

d

Schwarz Dd

Schwarz
Dd

D = keine Delution (dominant)

d = Delution (blau) (rezessiv)

 

 

D

d

D

Schwarz DD

Schwarz Dd

d

Schwarz Dd

Schwarz
dd

 

Werden aber Hunde verpaart, die sowohl schwarz, als auch rot Träger sind, müssen beide Merkmale in Betracht gezogen werden.
Aus einer Verpaarung Kb Kb DD (schwarz) x kk dd (isabell) entstehen in der ersten Generation Hunde mit der Kombination KbkDd. Diese Hunde sind schwarz, da sich Kb  (schwarz) gegenüber k (rot) durchsetzt und D (kein Delute) gegenüber d.
Verpaart man diese aber wieder, kann eine Vielzahl von Kombinationen entstehen:

 

KbD

Kbd

kD

kd

KbD

Schwarz
KbKbDD

Schwarz
KbKbDd

Schwarz
KbkDD

Schwarz
KbkDd

Kbd

Schwarz
KbKbDd

Schwarz
KbKbdd

Schwarz
KbkDd

Schwarz
Kbkdd

kD

Schwarz
KbkDD

Schwarz
KbkDd

Rot
kkDD

Rot
kkDd

kd

Schwarz
KbkDd

Schwarz
Kbkdd

Rot
kkDd


kkdd

  • 3. Mendelsche Regel (Unabhängigkeitsregel)

Damit haben wir theoretisch alle Standardfarben des Thai Ridgeback Dog beisammen. Ich denke aber, dass durchaus auch noch weitere Loci eine Rolle spielen, zum Teil unerkannt, weil die Hunde rein optisch einer Standardfarbe gleich sehen oder auch als Fehlfarben:

Rezessives Rot

Es kommt hin und wieder vor, dass zwei rote Thai Ridgebacks schwarze Welpen bekommen. Dies kann nicht möglich sein, wenn nur schwarz (Kb) und rot (k) vorhanden wären. Aber es gibt eine Erklärung: Es gibt auch „echte“ rote (also nicht wildfarben mit zurückgewichener schwarzer Bande) Thai Ridgebacks. Das echte Rot entstammt einer anderen Serie und zwar der E-Serie (Extension). Diese Serie ist für die Verteilung des Eumelanins zuständig, hierzu gehört auch das Allele für die Maskenbildung. Das dominante E Gen bewirkt eine volle Ausprägung des Eumelanins und Gene der A- und K-Serie werden aktiv. Das rezessive e jedoch unterdrückt alle Gene der A- und K-Serie und es kann nur Phäomelanin gebildet werden. Daher die Bezeichnung „echtes“ rot, da es tatsächlich nur vom roten Pigment gebildet wird. Diese Hunde können kein schwarzes Pigment bilden und können daher auch keine schwarze Maske, Stichelung usw. haben. „Echte“ rote Hunde sind z.B. Irish Red Setter, aber auch Golden Retriever. Beim Cocker Spaniel und vermutlich auch beim Basenji kommen beide Rot-Varianten vor und sicherlich noch bei anderen Rassen. Die verschiedenen Serien können unabhängig von einander vererbt werden und da das rezessive e die Ausbildung von Eumelanin unterdrück, wird keine andere Serie phänotypisch sichtbar.
Hier muss man dann bei der Vererbung zwei Merkmale in Betracht ziehen, die man optisch nicht so leicht unterscheiden kann: Ein roter Hund kann die Genkombination kkEE (dominantes Rot, volle Ausprägung des Eumelanins) haben oder auch KbKbee (schwarz, wird aber von e unterdrückt und Eumelanin wird nicht gebildet). Eine Verpaarung dieser beiden Genotypen würde nur die Kombination KbkEe ergeben also schwarze(!) Hunde.
KbkEe X KbkEe ergibt dann wieder viele mögliche genetische Kombinationen:

 

KbE

Kbe

kE

ke

KbE

Schwarz
KbKbEE

Schwarz
KbKbEe

Schwarz
KbkEE

Schwarz
KbkEe

Kbe

Schwarz
KbKbEe

Rot
KbKbee

Schwarz
KbkEe

Rot
Kbkee

kE

Schwarz
KbkEE

Schwarz
KbkEe

Rot
kkEE

Rot
kkEe

ke

Schwarz
KbkEe

Rot
Kbkee

Rot
kkEe

Rot
kkee

Somit sind auch echte Rote für die Zucht „Überraschungseier“ und bei anderen Rassen oft nicht sehr beliebt, denn ee kann alle anderen Genkombinationen verstecken: schwarz, wildfarben, aber z.B. auch brindle (welches ja beim Thai Ridgeback als Fehlfarbe gilt). Ob ein Hund dominant oder rezessiv ist, lässt sich (hat der Hund keine Maske o.ä.) nicht ohne einen Gentest feststellen.

Braun (Schoko)

Das Gen, das die braune Fellfarbe bewirkt, ist eine Art „Aufhellungsgen“ mit einer Auswirkung auf das Eumelanin. Dieses „verklumpt“ und erscheint so braun. Das dominante B bewirkt eine volle Ausprägung der Farbe und der Hund ist schwarz. Das rezessive b jedoch bewirkt eine Braunfärbung des Eumelanins und ebenfalls des Nasenspiegels und der Lefzen, auch die Augen können betroffen sein. Die Ausprägung kann unterschiedlich sein und reicht von dunkelbraun über leberfarben bis hin zu bronze und rötlich. Auf das Phäomelanin hat es keinen bis wenig Effekt. Diese Farbe kommt beim Labrador, Neufundländer und Dobermann vor. Auch der rote Border Collie ist eigentlich braun und auch andere „rote“ Hunde mit leberfarbener Nase, wie z.B. der Magyar Viszla.
Die Farbe eines genetisch braunen Hundes kann wiederum durch ein anderes Gen verändert werden. So entsteht z.B. die Farbe lilac, wenn das Delution Gen wirkt oder die graue „deadgrass“ Farbe beim Cheaspeak Bay Retriever, wenn das Chinchilla Gen vorhanden ist. Der Nasenspiegel und andere unbehaarte Stellen müssten dann braun sein.
Thai Ridgebacks, die nicht ganz tiefschwarz sind, werden mitunter als „schoko“ bezeichnet, da ich aber noch bei keinem einzigen dieser Hunde einen braunen Nasenspiegel feststellen konnte, denke ich, dass diese Farbe durch andere Genkombinationen zu Stande kommt. Es könnte sich z.B. um sehr ausgeprägte schwarze Stichelung handeln, diese Hunde wären dann eigentlich sable (Genotyp Ayk) oder um eine sehr breite schwarze Bänderung bei einem wildfarbenen Hund (Genotyp awk).
Des weiteren gibt es auch noch das sog. „seal“. Eine Farbe die fast, aber nicht ganz schwarz ist. Bis heute weiß man nicht, welches Gen dafür verantwortlich ist. Gentests an Italienischen Windspielen haben gezeigt, dass diese mindestens ein Kb haben, also eigentlich tiefschwarz sein sollten. Ein bis jetzt unentdecktes Gen, welches die K-Serie kontrolliert müsste also für die Aufhellung verantwortlich sein. Diese Farbe wird mitunter auch als „bronze“ bezeichnet.

Chinchilla

Chinchilla ist ein Aufhellungsgen, welches nur einen Effekt auf das Phäomelanin hat und keinen oder nur geringen auf das Eumelanin.
Das dominante C bewirkt wiederum eine volle Ausprägung der Grundfarbe. Das rezessive cch (Chinchilla, Silver) bewirkt eine Aufhellung, die meist sehr ausgeprägt ist. Zu den cch Hunden gehören die weißen oder fast weißen Hunde, die aber voll pigmentierte Nasenspiegel, Augenlider und Lefzen haben, wie z.B. der Weiße Schäferhund, diese Hunde haben manchmal noch einen leichten Gelbstich, wenn die Farbe nicht vollständig aufgehellt ist (weiß kann auch durch eine Extremscheckung zu Stande kommen, wie z.B. beim Dogo Argentino, hier sind jedoch oft Nase, Lefzen und Augenlider schlecht pigmentiert, oft schwarze Flecken am Kopf usw.). Auch beim Schwarz-Silber Schnauzer ist dieses Gen wirksam und hellt die tan farbenen Abzeichen zu silber bis weiß auf.
Helles creme kann ebenfalls von diesem Gen verursacht werden. Beim Thai Ridgeback gibt es falbfarbene Hunde, die jedoch schwarze Haut haben und auch schwarze Masken bilden können. Es wäre durchaus möglich, dass diese Farbe nicht einfach nur hellrot ist, sondern eigentlich Chinchilla. Dafür spricht, dass auch weiß beim Thai als Fehlfarbe vorkommt.
Zu dieser Serie gehören übrigens auch das Himalya-Gen (Siam-Katze) und das Albino-Gen. Ersteres kommt aber bei Hunden gar nicht vor, Letzteres nur sehr selten.