Amon Sul  
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Wesen

 

Eine Beschreibung über das Wesen des Thai Ridgebacks abzugeben ist nicht leicht! Es sind sehr vielschichtige Charakter, die man am besten in Natura gesehen haben sollte um zu verstehen, was gemeint ist.
Darüber hinaus gibt es kaum Literatur und wenige Rassevertreter. Im folgenden kann ich mich hauptsächlich auf die Erfahrungen mit meinen eigenen Thais beziehen, sowie auf die Berichte anderer Halter.

In vielen Rasselexika liest man Dinge, die einen das Fürchten lehren: Ein Thai würde sich nicht an seinen Besitzer binden, die Haltung würde selbst erfahrene Halter vor erhebliche Probleme stellen, er würde sich nicht erziehen lassen usw.

Was ist dran an diesen Weisheiten? Nun es stimmt, dass der Thai keine einfache Rasse ist, in meinen Augen sogar eine der schwierigsten überhaupt. Jedoch sehe ich das Problem nicht in mangelnder Bindungsfähigkeit oder Unerziehbarkeit.
Tatsächlich bindet sich der Thai sehr eng an seinen Besitzer und die meisten kann man durchaus ausbilden. Vorausgesetzt jedoch man ist dem Hund ein souveräner Führer, der sein Vertrauen verdient!
Und auch wenn so mancher erfahrener Hundehalter sich vor erhebliche Probleme gestellt sieht, so kann sich doch immer wieder ein ambitionierter Hundeneuling hervorragend auf den Thai einstellen.

Was den Thai zu einem schwierigen Hund macht ist, dass er als typischer Urhund nicht optimalst an ein Leben in unserer Gesellschaft angepasst ist, sondern noch viel mehr an ein Leben und Überleben in der thailändischen Wildnis.
Wie genau sich das äußert, ist nicht einfach zu beschreiben: Sie sind vorsichtig und dennoch sehr neugierig, sie haben ihren eigenen Kopf und auch ein gewisses Dominanzbestreben, sind auf der anderen Seite aber sehr sensibel. Man darf sie nicht zu hart anpacken und zuviel Druck ist nichts für sie.
Meiner Meinung nach, ist es bei der Haltung eines Urhundes (eigentlich bei jedem Hund, aber diesen noch etwas mehr) wichtig, von Anfang an ein souveräner und ruhiger Führer zu sein, der über den Dingen steht. Dazu aber mehr im Kapitel >Umgang.

Die Ausbildung selbst gestaltet sich nicht so schwierig wie man vielleicht denken mag. Schafft man es einen Thai zu motivieren – bei meinen klappt das sehr gut mit Extra-Wurst – dann arbeitet er in den meisten Fällen gerne mit. Er ist ein intelligenter Hund, der gerne beschäftigt wird. Probleme kann es mitunter auch mit der Konzentration geben. Thais sind sehr wachsam und behalten ihre Umwelt stets im Auge. Ablenkungen im Training dürfen daher nur sehr langsam gesteigert werden, was mitunter mühsam sein kann.
Meiner Meinung nach sollte in der Hundeausbildung nur mit positiver Bestärkung gearbeitet werden. Und gerade bei einem Hund wie diesem sollte das Training ausschließlich stressfrei und positiv ablaufen! Clickertraining ist eine der besten, wenn nicht die beste Methode um einen Thai auszubilden.
Der Besuch einer guten Hundeschule ist sehr empfehlenswert! Allerdings ist es auch hier nicht immer einfach eine solche zu finden. In einer guten Hundeschule wird ohne Druck und mit positiver Bestärkung gearbeitet und auf rassetypische Unterschiede Rücksicht genommen. Hat man eine solche gefunden, kann man sich auch im Hundesport versuchen. Aufgrund seiner geeigneten Größe, Schnelligkeit und seines Sprungvermögens hat er die besten Vorraussetzungen für Sportarten wie Agility, Breitensport, Dog Dance usw. Und es wird ihm bestimmt auch Spaß machen. Man muss nicht unbedingt die große Sportkarriere anstreben (wofür es auch sicherlich geeignetere Hunderassen gibt), aber irgendeine Art von gemeinsamer Aktivität, braucht ein Thai auf jeden Fall.
Allerdings ist der Thai kein Arbeitshund, dem alles schon quasi in die Wiege gelegt wurde. Ihn auszubilden braucht vielleicht etwas mehr Geduld und Einfühlungsvermögen, als bei einer anderen Rasse.

Mit anderen Hunden kann es mitunter zu Problemen kommen. Das fremde Hunde zuerst einmal die Fronten klären müssen, ist eigentlich normal. Mehr Probleme bekommt man eher mit den Besitzern andere Hunde, die es befremdlich finden, dass sich der Thai erst mal lautstark in Szene setzt.
Auch mit anderen Hunden steht man vor dem typischen Urhund-Problem: Viele Thais sind unsicher im Umgang mit fremden Hunden. Trotzdem ordnet sich ein Thai niemals einfach unter! Und dieses Verhalten beginnt bereits sehr früh. Selbst meine Welpen habe ich niemals auf dem Rücken liegen sehen, außer vor ihrer Mutter.
Oft reagieren sie mit defensiver Aggression auf andere Hunde – unter dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Das heißt noch lange nicht, dass sie „böse“ Hunde sind. Haben sie die Gelegenheit einen Hund näher kennen zu lernen, schließen sie durchaus auch Freundschaften.
Hier liegt aber schon das nächste Problem: Erklären Sie das mal einem erschrockenen Besitzer, der nur die weißen Zähne blitzen sieht und das asiatische „Kampfgeschrei“ hört. Bevor meine Thais die Gelegenheit bekommen, einen Hund kennen zu lernen, haben die Besitzer entweder schon das Feld geräumt oder man muss sich Beschimpfungen wegen seiner „Bestien“ anhören.
Als Tierpsychologin bin ich fasziniert vom Ausdrucksverhalten der Thais. Sie haben ein sehr großes Repertoire an körpersprachlichen und akustischen Signalen. Für den Laien kann das mitunter beängstigend sein. Ich kann nur empfehlen sich mit dieser Thematik intensiv auseinander zusetzen, wenn man sich für einen solchen Hund interessiert.
Auch in der Kommunikation mit anderen Hunden kann es zu Missverständnissen kommen, da die meisten Rassen kein so differenziertes Ausdrucksverhalten mehr haben (den Ridge hat jedoch bis jetzt kein Hund mit aufgestellten Nackenhaaren verwechselt!). Es fällt auf, dass meine Thais meist sehr positiv auf andere Urtyp Hunde reagieren, während sie mit den meisten anderen Rassen lieber nichts zu tun haben.

Der Thai hat einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb. Durch gezieltes Training kann man sicherlich auch diesen in die richtigen Bahnen lenken. Es gibt aber Thais, die niemals ohne Leine im Wald laufen können.
Was das Temperament angeht, sage ich immer, sie seien gar keine Hunde, sondern eine Mischung aus Vollblutpferd und Katze (und einer gehörigen Portion Wolf) ;-)
Thais sind sehr vorsichtig im Umgang mit neuen Dingen und Begebenheiten. Auf der anderen Seite sind sie aber auch sehr neugierig. Oft kommt es vor, dass wir an einer Ecke stehen und sie ein fremdes Objekt beäugen, anbellen, zurückweichen, hingehen... letztendlich siegt meist die Neugier.
Ich würde sie aber nicht als „ängstlich“ beschreiben, denn im Gegensatz zu Akemi (meiner älteren Akita Hündin), die z.B. an einer Gewitterphobie leidet, hatten meine Thais noch nie richtige Angst oder gar Panik. Vielleicht ist es „Unsicherheit“, aber das Wort „Vorsicht“ trifft es meiner Meinung nach am besten.
Beim Spazieren gehen sind sie stets hellwach und behalten alles im Auge. Das macht die ganze Sache etwas stressig, vor allem wenn man ruhigere Hunde gewöhnt ist.
Zu Haus sind meine Thais meist ruhig, kuscheln liebend gerne auf dem Sofa, dösen vor sich hin und bellen sehr wenig. Allerdings habe ich auch schon von Thais gehört, die durchaus gerne bellen.
Der Thai ist ein guter Wachhund, der seine Familie auch jederzeit beschützen würde. Man sollte allerdings darauf achten, dass man diesen natürliche Schutztrieb nicht unnötig fördert!

Ob ein Thai gut mit Menschen auskommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu bekannten Menschen ist der Thai ein sehr liebevoller und freundlicher Hund. Meine Thais sind extrem auf mich bezogen, aber sie leiben auch alle meine Freunde und Bekannte. Bei fremden Menschen reagieren sie sehr unterschiedlich: Es gibt welche, von denen sie sich gerne streicheln lassen, aber auch Menschen, die sie nicht mögen und zwar hauptsächlich solche, die in bedrohlicher Art und Weise auf sie zugehen und auch kreischende, hüpfende Kinder mögen sie eher nicht. Sie würden aber nicht von sich aus aggressiv auf Menschen reagieren, sondern im Zweifelsfall flüchten. Problematisch kann es werden, wenn sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind und nicht zurückweichen können. Deshalb ist es wichtig, dass man einen Thai oder auch jeden anderen Hund nicht massiv bedrängt und ihm Ausweichmöglichkeiten lässt. Der Thai neigt schneller als manch andere Rasse zum Abwehrschnappen.
Das kann mitunter in einer Familie mit kleinen Kindern zum Problem werden! Ich kenne durchaus Thais, die ohne Probleme zusammen mit Kindern leben. Man darf aber von einem Hund auf keinen Fall erwarten, dass er kleine Kinder als „ranghöhere“ Familienmitglieder anerkennt. Vor allem auch im Interesse der Kinder, darf man Hunde und Kinder daher nie, nie, nie unbeaufsichtigt lassen und muss Kindern den richtigen Umgang mit Hunden beibringen.
Man sollte sich also zweimal überlegen, ob man sich zusätzlich zu seinen kleinen Kindern auch noch die Verantwortung für einen solchen Hund auferlegen möchte. Ich persönlich bin der Ansicht, man sollte mit der Anschaffung eines Hundes warten bis die Kinder älter sind (ab ca. 10 Jahren) oder sich wenigstens eine kleinere und weniger anspruchsvolle Rasse aussuchen!

Der Thai Ridgeback ist ein Urtyphund und als solcher nicht so angepasst wie viele moderne, durchgezüchtete Rassen. Bei der Lektüre von Erik Zimens Doktorarbeit „Wölfe und Königspudel“ in welcher er das Ethogramm (Verhaltenskatalog) von Wölfen dem von Königspudeln gegenüberstellt, ist mir aufgefallen, dass meine Thais wesentlich mehr mit Wölfen gemeinsam haben, als mit Pudeln.

Alles in Allem ist der Thai ein Hund, der eine Herausforderung ist – da stimmen alle Halter und Züchter die ich kenne überein. Für mich eine Herausforderung im positiven Sinn! Meine  fordern mich täglich, sie fordern gemeinsame Unternehmungen und neue Ideen in der Ausbildung. Sie zeigt mit ihren hündischen Ausdrucksformen deutlich, wie ihnen zu Mute ist und fordert einen so, sich mit der Ethologie des Hundes praktisch auseinander zu setzen.
Der Thai ist ein Hund, mit dem man sehr viel machen kann und für den einen viele bewundern werden, man sollte sich aber gut überlegen, ob man die Zeit und Lust hat, sich dieser Herausforderung zu stellen!

Vor welche Herausforderungen man als Thai-Besitzer gestellt werden kann, lesen Sie bitte >hier.

 

Wölfe

Wölfe im Tierpark Herberstein - der Thai Ridgeback ist ein sehr ursprünglicher Hund und hat noch viel mit dem Wolf gemeinsam

Amasindra

"Wildhund" Amasindra, Foto: Manuela Lappe

Clicker

Verschiedene Clicker: Clickertraining ist mit Abstand die beste Methode den Thai auszubilden

Sunee

Sunee bei ihrer BgH A

Sunee

Anantachai beim Schleppleinentraining

Agility

Balu beim Agility, Foto: Michael Bühler

Agility

Mit Ihresgleichen kommen Thais meist besser aus, als mit völlig anderen Rassen - Thai Ridgeback Rüde Lister & Sunee, Foto: Andreas Nirtl

Agility

Thai Ridgebacks verfügen über ein sehr differenziertes Ausdrucksverhalten - Cira & Amasindra , Foto: Manuela Lappe

Sunee

Sunee bei der Mäusejagd

Sunee

Sunee & ich beim Schmusen

Sunee

Schoßhund Anantachai

Sunee

Wenn sie ausgelastet sind, sind Thais Zuhause sehr angenehme Hunde, die stundenlang auf dem Sofa dösen können.

Thais & fremde Menschen

Ob Thais mit fremden Menschen klar kommen kommt auf unterschiedliche Faktoren an. Sunee mit dabei beim Klassentreffen 2006.

Thais & Kinder

Auch wenn Thais & Kinder durchaus gut miteinander auskommen können, sollte man sich schon gut überlegen, ob man sich diese Verantwortung auferlegen möchte - Abhasra mit Kindern am TRD Fun Day 2007