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Ernährung

Leider gibt es keine sicheren Daten darüber, welche Ernährung für den Lundehund tatsächlich am besten geeignet ist. Im Allgemeinen heißt es, dass sie keine Säugetierfette vertragen, was auf ihre ursprüngliche Ernährung mit Fisch und Papageientaucher-Fleisch zurückzuführen sein soll. Eine falsche Ernährung soll Auslöser für das s.g. „Lundehundsyndrom“ (>Lundehundsyndrom) sein. Es gibt aber durchaus auch Züchter und Halter, die ihre Lundehunde ganz normal ernähren, wie jeden anderen Hund auch. Und auch diese haben teilweise Hunde, die bis ins hohe Lebensalter gesund und munter sind, während andere extrem auf die Ernährung achten und dennoch von Krankheitsfällen berichten.

Ich habe Ylvie ausschließlich auf Geflügel- und/oder Fischbasis ernährt. Teilweise roh, teilweise mit Fertigfutter für ernährungssensible Hunde. Ich wollte mir zumindest nicht vorwerfen, dass mein Hund krank wird, weil ich nicht genug auf die Ernährung geachtet habe.

Nun, mein Hund ist dennoch krank geworden und während dieser Zeit habe ich noch einmal sehr viel mehr über Hundeernährung, B.A.R.F. und Fertigfutter gelernt. Zwar glaube ich nicht, dass Ylvie's Ernährung der eigentliche Auslöser für ihre Erkrankung war, aber bewahrt hat es sie davor auch nicht. Daher achte ich bei meinen jetzigen Lundis noch viel mehr darauf. Sie werden zu 90% gebarft bzw. koche ich für sie. Wenn das nicht möglich ist (z.B. auf Reisen) dann bekommen sie hin und wieder sehr hochwertiges Nassfutter. Trockenfutter bekommen sie keines!

Ich möchte hier keine Abhandlung über B.A.R.F. im allgemeinen schreiben, sondern nur darauf eingehen, was ich bei den Lundehunden anders mache, als bei den anderen Hunden. Genaue Infos über die Rohfütterung finden Sie >hier (in Kürze)

Ich achte weiterhin darauf keine Säugetiere zu verfüttern, habe aber von Huhn und Pute Abstand genommen. Durch meine Tierärztin, die auf Naturheilkunde spezialisiert ist, bin ich auch mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) in Kontakt gekommen. Hier werden den Nahrungsmitteln verschiedene Eigenschaften zugeordnet und gerade Hühnerfleisch soll demnach nicht besonders gut geeignet bei Durchfallproblemen sein. Ob man nun an Ernährungsenergetik glauben mag oder nicht, ich habe bei Huhn und Pute kein gutes Gefühl mehr. Zumal die meisten Lundehunde mit Huhn ernährt werden und viele dennoch erkranken. Ich füttere meine daher nur mehr mit Strauß, Ente und Fasan, sowie mit Fisch.

Fisch ist etwas heikel. Einige Fischsorten enthalten Thiaminasen, das sind Enzyme, die Vitamin B1 spalten. Längerfristig kann es so zu einer Unterversorgung mit Vitamin B1 kommen.

Bei „normalen“ Hunden wird empfohlen auf Grund der günstigen Eigenschaften von Fisch, diesen 1x die Woche oder besser noch einmal im Monat für vier Tage zu füttern. Da ich nicht immer an exotisches Geflügel komme, füttere ich die Lundis öfter mit Fisch, koche diesen dann aber meistens. Hauptsächlich gibt es Pangasius Filet aus dem Supermarkt. Das ist besonders leicht verdaulich und auch preislich in Ordnung, selten Seelachs oder andere Fischsorten. Hin und wieder auch einmal eine ganze rohe Forelle, da haben sie dann auch was zu tun. Die Gräten sind kein Problem, wenn der Fisch roh ist. Gekocht dürfen Gräten auf keinen Fall verfüttert werden.

Auf Getreide verzichte ich zum Großteil inzwischen bei allen Hunden, aber bei den Lundehunden zu 100%! Zum Fleisch bekommen sie hauptsächlich Gemüse: viel Karotten, Rote Bete, Zucchini, Kürbis, Salat... Um eine hohe Verdaulichkeit zu gewährleisten koche und pürriere ich das Gemüse oder sie bekommen einfach ein Baby-Glaserl. Obst verfüttere ich nur selten in kleinen Mengen und nur sehr Reifes. Nur ganz selten – wenn ich sonst nichts anderes zu Hause habe (oder weil es im Fertigfutter enthalten ist) bekommen sie auch mal Kartoffeln oder Amarant. Beides ist zwar kein Getreide und glutenfrei und die anderen Hunde bekommen es öfter, aber ernährungsphysiologisch ist es doch eher mit Getreide als mit Gemüse zu vergleichen.

Milchprodukte bekommen sie überhaupt keine.

Dafür aber öfter mal Eier, wobei ich das Eiklar nur denaturiert (erhitzt / weiß) verfüttere und den Dotter roh. Ist etwas kompliziert, aber der Eidotter enthält viele Vitamine, Spurenelemente und essentielle Fettsäuren und ist auch aus energetischer Sicht sehr wertvoll (immerhin ist er ja die Quell des Lebens für das Kücken). Würde man ihn erhitzen, würde man die meisten Inhaltsstoffe zerstören. Das Eiklar enthält jedoch Avidin, einen Stoff, der Biotin bindet, wodurch es bei übermäßiger Fütterung zu einem Mangel kommen kann. Wird es denaturiert verliert es jedoch diese Wirkung und stellt eine besonders leicht verdauliche Proteinquelle dar, weshalb es mir zu schade ist, es einfach weg zu kippen. Die Eierschale wird zerbröselt und ebenfalls zum Futter gemischt, da sie besonders viel Calcium enthält.

Als Calcium-Quelle können auch Knochen verfüttert werden, was ich aber nur selten mache, da ich meistens keine Knochen von Ente, Strauß oder Fasan bekomme. Hin und wieder bekommen sie dann doch einen Hühnerhals.

Da ich für meine Babys ja keine Kosten und Mühen scheue, bekommen sie als Omega-3-Quelle täglich eine Krillöl Kapsel. Lachsöl würde es vielleicht auch tun, aber Krillöl gilt als besonders wirksames Antioxidans und für die kleinen Hunde ist das preislich noch vertretbar. Und weil es so unglaublich super sein soll bin ich dann auch mal auf die Idee gekommen, dass ich es ja selbst auch nehmen könnte ;)

Infos und Bezugsquellen finden Sie hier: http://www.krill-info.com/

Viele Lundehunde neigen dazu Kot und Unrat zu Fressen, so auch meine. Was ich früher für eine Unart hielt, halte ich jetzt eher für ein Symptom, dass etwas mit der Verdauung nicht ganz stimmt. Im Kot sind Enzyme enthalten, die helfen die Nahrung zu verdauen. Die selben Enzyme sind auch in nicht mehr frischem Fleisch enthalten. Heute füttern wir unsere Hunde meist zu frisch, sodass ihnen diese Enzyme fehlen und sie den Mangel auszugleichen versuchen in dem sie Ekelzeug fressen. Auf Anraten meiner Tierärztin bekommen sie 1-2 mal in der Woche eine Messerspitze Papayaenzym zum Futter dazu und das Kotfressen hat komplett aufgehört.

Auch hilfreich gegen Kotfressen, sowie bei allen anderen Verdauungsproblemen ist Heilerde oder Heilmoor. Ich habe immer eine Dose Heilmoor zu Hause und verfüttere es bei Bedarf.

Als Leckerlis bekommen sie Trockenfisch, getrocknetes Entenfilet, Kauartikel vom Strauß und verschiedene Leckerlis, die nur Fisch, Strauß oder Ente enthalten und weder Getreide noch Geflügelmehl u.ä. Diese sind nicht leicht zu finden. Meine Augenleistung lässt schon nach vom vielen Kleingedruckten lesen ;)

Gefunden habe ich bis jetzt folgende:

Ich rede hier vor allem von Leckerlis für's Training bzw. dem täglichen Kausnack. Ich denke nicht, dass ein Lundehund gleich tot umfällt, wenn man ihm ausnahmsweise mal ein Stück Käse oder einen normalen Hundekeks gibt. Aber gerade beim Training kommt (im Idealfall) schon sehr viel zusammen und da sollte schon drauf geachtet werden, dass es gesunde Leckerlis sind.

Wenn's mal nicht anders geht, gibt’s eine Dose, für die das gleiche gilt: besondere Geflügelsorte oder Fisch als einzige Proteinquelle, kein Getreide, keine Nebenerzeugnisse, kein Irgendwas-Mehl.

Hier habe ich bis jetzt folgende gefunden:

Hundeernährung an sich ist schon ein schwieriges Thema. Selbst Experten widersprechen sich teilweise und es ist nicht einfach für sich selbst und seinen Hund den richtigen Futterplan zusammenzustellen. Und wenn der Hund ein Lundehund ist und bereits einer in der Familie an Lundehundsyndrom gestorben ist, dann ist es noch ungleich schwerer.

Ich habe leider überhaupt keine Ahnung, ob dieser ganze Aufwand tatsächlich etwas bringt. Vermuten kann man es erst, wenn meine Lundehunde in 15 Jahren an Altersschwäche sterben und nicht vorher an Lundehundsyndrom oder einer anderen schweren Krankheit. Selbst dann könnte es glücklicher Zufall sein und sie wären mit ganz normalen Futter genauso alt geworden.

Die Entscheidung was seinem Hund am besten bekommt und auch welchen finanziellen und zeitlichen Aufwand man bereit ist auf sich zu nehmen ohne eine Garantie dafür zu haben, dass es wirklich notwendig ist, muss jeder für sich treffen. Worin ich mir aber doch sehr sicher bin, ist dass Trockenfutter, glutenhaltiges Getreide und Milchprodukte auf jeden Fall gemieden werden sollten!

 

Quellen: