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Norwegischer Lundehund

Hier habe ich versucht, all die Fragen zu beantworten, die mich Menschen auf der Straße fragen, aber auch solche, die von Interessenten gestellt werden:


Ist das ein Mischling/Husky Baby/Fuchs?

Nein. Es ist eine eigenständige FCI anerkannte Rasse. Tatsächlich sogar eine der besondersten und ältesten Hunderassen der Welt.

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Was ist das für ein Hund?

Der Lundehund zählt zu den nordischen Jagdhunden, die zusammen mit den Schlittenhunden, den nordischen Wach- und Hütehunden, den Spitzen und Urtyphunden in der FCI-Gruppe 5 zusammen gefasst sind. Es ist ein kleiner Hund, speziell für die Jagd auf Papageientaucher, und keinesfalls ein Schoßhündchen.

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Was ist das für ein seltsamer Name?

Etwas irreführend ist, dass man denkt, der Name sei deutsch, tatsächlich ist es die norwegische Bezeichnung, denn die norwegische Übersetzung für „Hund“ ist identisch mit dem deutschen Vokabel (MZ auf norwegisch allerdings Hundar). Somit erklärt sich, dass auch der 1. Teil des Namens norwegisch ist. „Lunde“ ist die norwegische Bezeichnung für den Papageientaucher – eine Vogelart für dessen Jagd der Lundehund verwendet wurde. Die offizielle und internationale Bezeichnung lautet „Norsk Lundehund“ und bedeutet übersetzt „Norwegischer Papageientaucherhund“. Da das etwas umständlich ist, wurde die Rasse auf deutsch auch als „Norwegischer Vogelhund“ bezeichnet. Im Englischen wird zwar oft „Lundehund“, aber auch die wörtliche Übersetzung „Norwegian Puffin Dog“ verwendet.

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Wofür ist der Lundehund verwendet worden?

Für die Jagd auf Papageientaucher. Dies sind dohlengroße Vögel, die in den Klippen in Felshöhlen nisten. Für die Bauern der norwegischen Inseln war die Jagd nach diesen Vögeln eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle.
Für Menschen ist es jedoch nahezu unmöglich in den Klippen herumzuklettern und die Vögel aus ihren engen Bruthöhlen herauszuholen. Dies bewerkstelligte der Lundehund für sie. Mit seiner unglaublichen Gewandtheit und Klettereigenschaft, konnte der kleine Hund in die Höhlen kriechen und die Vögel apportieren. Und dies völlig selbstständig, während der menschliche Jäger nur zu warten braucht.
Dieser Aufgabe können sie aber heute nicht mehr nachgehen, da Papageientaucher schon lange unter Naturschutz stehen. Damit ist er zum reinen Familien- und Begleithund geworden. In wissenschaftlichen Versuchen wurden aber immer wieder völlig undressierte Lundehunde in den Klippen laufen gelassen und meist brachten sie sofort einen Lundevogel.

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Der hat ja große Pfoten!?

Ja, das heißt aber nicht, dass es ein junger Hund ist, der noch viel wachsen wird! Der Lundehund hat mindestens sechs Zehen an jeder Pfote und dementsprechend auch mehr Ballen, was die Pfote insgesamt größer erscheinen lässt.
Außerdem sind deshalb die Vorderpfoten leicht ausgedreht, was von unerfahrenen Ausstellungsrichtern leider oft als Fehler angesehen wird.

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Verletzt er sich die zusätzlichen Zehen nicht?

Nein. Sie sind nicht wie bei anderen Rassen lose hängende Hautgebilde, die leicht einreißen, sondern voll funktionstüchtige Zehen.

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Stimmt es, dass er den Kopf bis auf den Rücken zurücklegen kann?

Ja. Der Lundehund ist äußerst beweglich und kann nicht nur den Kopf soweit in den Nacken legen, bis die Stirn den Rücken berührt, sondern auch seine Vorderläufe in einem 90° Winkel zur Seite strecken.

Dies bereitet dem Hund keinerlei Unbehagen oder gar Schmerzen! Sondern ist ganz normal und wird auch oft vom Hund selbstständig gezeigt.

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Wieso geht der so komisch?

Der Gang des Lundehundes unterscheidet sich stark vom korrekten Gangwerk anderer Rassen. Aufgrund seines flexiblen Schultergürtels dreht er beim Laufen die Vorderbeine leicht aus, während er hinten eher eng läuft. Insgesamt sieht das etwas unbeholfen aus und erinnert an eine Ruderbewegung, trägt aber viel zum clownhaften Charme der Rasse bei. Auch das rassetypische Gangwerk wird im Ausstellungsring leider allzu oft als Fehler angesehen. Umgekehrt wäre ein „normales“ Gangwerk eigentlich ein schwerer Fehler, der auf unzureichende Flexibilität hindeutet.

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Stimmt es, dass er die Ohren verschließen kann?

Ja auch das stimmt. Der Lundehund kann seine Ohren nach vorne oder hinten fest zuklappen und dabei an der Spitze einen Trichter bilden, der weiterhin Schallwellen empfangen kann.

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Können sie wirklich auf Bäume klettern?

Der Lundehund ist ein ausgezeichneter Kletterer, wahrscheinlich der Beste unter den Hunden. Sie können auch sehr steile Partien bezwingen indem sie die Vorderläufe seitlich abspreizen. Ob sie allerdings wirklich auf Bäume klettern können, sei dahin gestellt. Ich habe noch nie von einem Lundehund gehört, der dies wirklich geschafft hat und glaube deshalb eher nicht. Es ist auch nicht so, dass ein Lundehund die ganze Zeit mit Klettern beschäftigt ist, sobald er irgendeine Möglichkeit dazu hat. Deshalb sehe ich überhaupt keinen Grund für ihn einfach auf Bäume zu klettern.
Interessant war die Frage eines Hobby-Kletterers, ob er einen solchen Hund mit auf Tour nehmen könnte. Genau kann ich das nicht beantworten, aber wenn es einem Hund möglich ist, seine Menschen auch bei Kletterpartien zu begleiten, dann wohl dem Lundehund.

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Stimmt es, dass der Lundehund nicht vom Wolf abstammt?

Nein. Öfter habe ich gelesen, der Lundehund stamme vom sog. Canis ferus ab. Das stimmt nicht. Nach heutigem Wissensstand stammen ausnahmslos alle Hunde vom Wolf ab. Darüber hinaus ist die Existenz eines Canis ferus, eines Wildhundes, der längst ausgestorben sein soll, niemals belegt worden.

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Ist das eine der ältesten Hunderassen, die sogar schon die letzte Eiszeit überlebt hat?

Schwer zu sagen. Die frühesten Aufzeichnungen über Hunde dieses Typs (kleine Vogel-Jagdhunde) stammen erst aus dem 16. Jhdt.

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Ist so ein besonderer Hund nicht unglaublich teuer?

Nicht mehr als ein anderer Rassehund auch. Die Preise liegen bei etwa 1200-1500€. Also völlig normal für eine kleine Rasse, die nur wenige Welpen bringt.

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Wie bekommt man so einen Hund?

Mit Geduld. Es ist meist nicht möglich spontan einen Welpen aus einem Wurf zu bekommen, da die meisten Züchter lange Wartelisten haben. Auch war es lange nicht einfach einen Hund aus Norwegen zu bekommen, da die Züchter ihre Schätze nur ungern ins Ausland gaben.
Inzwischen gibt es rund um die Welt einige Züchter und durch das Internet findet man die meisten auch. Es ist also durchaus möglich einen Welpen zu bekommen, wie bei jeder anderen seltenen Rasse sollte man aber nicht erwarten, dass es zu jedem Zeitpunkt gleich in der Nähe Welpen gibt. Kontaktieren Sie daher die Züchter frühzeitig, haben Sie Geduld und planen Sie eine weitere Reise zum Züchter ein!
Ein weiteres Problem die Nachfrage zu decken, ergibt sich aus den kleinen Würfen. Früher hatten Lundehund aufgrund der engen Inzucht oft Fortpflanzungsprobleme und galten als wenig fruchtbar. Dieses Problem ist inzwischen nicht mehr sehr gravierend, dennoch bekommen die meisten kleinen Hunderassen normalerweise eher wenige Welpen. 1-4 ist normal, der Rekord bei lebendgeborenen Welpen in einem Lundehundwurf liegt bei 6 Welpen. Besonders schwierig ist es, für Nicht-Züchter an eine Hündin zu kommen, da diese bevorzugt in Züchterhand abgegeben werden bzw. in der eigenen Zucht bleiben. Oft wird auch vertraglich festgelegt, dass mit einer Hündin gezüchtet werden muss. Dieser Umstand hat viel zur erfolgreichen Rettung der Rasse beigetragen!

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Ist der Lundehund für Anfänger geeignet?

Ja. Der Lundehund ist sicherlich nicht die einfachste Rasse, die man finden kann, aber im allgemeinen ist er ein liebenswerter Hausgenosse von angenehmer Größe. In der Erziehung fordert er mehr Aufwand als manch andere Rasse, weshalb aber auch die Erfahrung mit anderen Rassen nicht unbedingt hilfreich sein muss.
Im allgemeinen gilt: Überlegen Sie immer gut, ob eine Rasse zu Ihnen passt. Egal ob sie Anfänger sind oder schon Jahrzehnte lang Hunde halten!

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Wie viel Auslauf benötigt ein Lundehund?

Der Lundehund ist ein sehr bewegungsfreudiger Hund, der gerne frei läuft und tobt und beim Spazieren gehen oder Wandern mit jedem großen Hund mithalten kann. Aufgrund seiner Größe ist dieser Bewegungsdrang recht gut zu befriedigen.

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Wie lange kann man einen Lundehund alleine lassen?

Einen Lundehund kann man - wie jeden anderen Hund auch - ruhig einige Zeit alleine Zuhause lassen. Wichtig ist, dass er von klein auf langsam daran gewöhnt wird! 4 Stunden hält ein Hund auf jeden Fall aus und auch wenn er 6 Stunden alleine ist und dafür nachher intensiven Kontakt zu seinem Menschen haben darf, geht das noch. Viel länger sollte es aber dann nicht mehr werden. Es empfiehlt sich dann einen Hundesitter zu suchen, der dem Hund einige Stunden Gesellschaft leistet.

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Ist der Lundehund ein guter Wachhund?

Ja. Der Lundehund meldet mit viel Pflichtbewusstsein und Spaß alles Ungewöhnliche.

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Bellt der Lundehund viel?

Ja. Sie bellen sehr gerne und zu allen möglichen Gelegenheiten. Im Haus kläffen sie meist nicht unnötig, melden aber Veränderungen in der Umgebung sofort und bellen auch gerne mal aus anderen Gründen, z.B. vor Aufregung. Es ist sehr wichtig, diese Anlage nicht zu fördern, indem man das Bellen unabsichtlich belohnt (z.B. in dem man ihm dann extra Aufmerksamkeit schenkt), sonst erzieht man ihn schnell zum Kläffer.

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Ist die Rasse gesund?

Leider nein. Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine relativ gesunde Rasse, in der Erbkrankheiten überraschend selten auftreten. Ein ernstzunehmendes Problem ist jedoch das sog. Lundehundsyndrom – eine rätselhafte Magen-Darm-Erkrankung die in der Rasse sehr häufig vorkommt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt herrscht noch große Unklarheit darüber, weshalb man als Besitzer damit leben muss, dass die Gefahr eines Ausbruchs der Krankheit stets gegeben ist.

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Hat der Lundehund einen Jagdtrieb?

Ja. Immerhin handelt es sich um einen Jagdhund. Zumindest bei Ylvie ist es aber kein Problem diesen Jagdtrieb zu kontrollieren.

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Kann man einen Lundehund halten, wenn man andere Haustiere hat?

Ja. Wie bei anderen Hunden auch, ist es sicherlich kein Problem einen Lundehund zusammen mit anderen Haustieren zu halten, wenn man ihm klar macht, dass auch diese zur Familie gehören.

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Ist der Lundehund ein kinderfreundlicher Hund?

Ja. Zwar bin ich sehr vorsichtig damit, eine Rasse als kinderfreundlich zu bezeichnen, denn es gibt keine Rasse die per se kinderfreundlich ist. Es kommt darauf an wie gut der Hund sozialisiert wurde bzw. wie sich die Kinder gegenüber dem Hund verhalten. Lundehund sind aber meist freundlich und für jeden Spaß zu haben und somit kommen sie auch meistens mit Kindern gut aus. Es ist aber stets darauf zu achten, dass die Kinder dem Hund keine Schmerzen zufügen, ihn ärgern oder in die Enge treiben!

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Ist der Lundehund für eine Wohnung geeignet?

Von der Größe her ist der Lundehund sicher gut für das Leben in einer Wohnung geeignet. Ein Problem könnte es vielleicht mit seiner Bellfreudigkeit geben. Auch die Erziehung zur Stubenreinheit ist sicherlich in einer Wohnung schwieriger, als in einem Haus mit Garten, in welchen man den Hund jederzeit schnell bringen kann. Es ist gut möglich einen Lundehund in einer Wohnung zu halten, allerdings deutlich mehr Aufwand.

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Kommt ein Lundehund gut mit anderen Hunden zurecht?

Meistens ja. Einige neigen zu Ängstlichkeit bzw. Angstaggression gegenüber anderen Hunden. Im allgemeinen sind sie aber sehr verspielte, freundliche Zeitgenossen, die auch eher bereit sind, sich anderen Hunden unterzuordnen. Schwierig wie bei allen kleineren Hunden im Kontakt mit Größeren ist die Gradwanderung zwischen angemessener Vorsicht und Überbehüten.

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Stimmt es, dass man einen Lundehund nicht erziehen kann?

Nein. Tatsächlich finde ich, dass zumindest Ylvie sehr einfach zu erziehen und auszubilden ist. Dadurch dass die meisten sehr verfressen sind, sind sie meistens leicht zu motivieren und arbeiten sehr freudig mit. Will man sich allerdings im Hundesport versuchen, erfordert das sicherlich mehr Aufwand & vor allem Geduld als mit einer typischen Arbeitsrasse. Vor allem das exakte arbeiten kann mit so einem kleinen Clown schwierig werden.

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Ist es wahr, dass Lundehunde nicht stubenrein werden?

Hmmm... Ich muss gestehen: Ylvie ist nicht 100%ig stubenrein. Ich glaube aber, dass es durchaus möglich ist, einen Lundehund auch dazu zu erziehen. Es gibt aber eindeutig rassetypische Unterschiede, wie einfach das ist. Manche Rassen (wie z.B. Akitas) werden quasi von selbst rein, während man bei einem Lundehund diesem Thema sicherlich wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenken muss.

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