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Rassetrennung

 

Aktuell hat sich in der Rassegeschichte viel getan, denn seit Kurzem gibt es eine neue Rasse: den American Akita.

Zunächst decken sich die Geschichten der beiden Rassen. Ende des Zweiten Weltkrieges war die Situation des Akitas verwirrend und die Zukunft unsicher. Es gab zahlreiche Mischlinge mit Deutschem Schäferhund, aber auch mit Mastiffs, Tosas und anderen molossoiden Hunden, die unter Umständen für Hundekämpfe verwendet wurden. Siehe auch >Geschichte
Nachdem der Krieg vorüber war, wurde damit begonnen, die Rasse wieder aufzubauen. Schon zu dieser Zeit wurde die Zucht in zwei Linien unterteilt: in die Ichinoseki- und die Dewa-Linie. Berühmte Rüden der Dewa-Linie waren Dewa-Go (geb. 1941) und Kongo-Go (geb. 1947). Diese Hunde wiesen deutliche Merkmale der eingekreuzten Rassen auf, trotzdem wurden sie ungewöhnlich oft zur Zucht eingesetzt und gaben die Merkmale an ihre zahlreichen Nachfahren weiter.
Viele dieser Hunde wurden von Militärpersonen in die USA gebracht, wo sie einige Anhänger und Züchter fand.
1956 wurde ein amerikanischer Club für Akitas gegründet, der 1972 die offizielle Anerkennung durch den AKC (American Kennel Club) erwirkte.
In Japan verlor die Dewa-Linie schon Anfang der 60er Jahre an Bedeutung, da diese Hunde zu sehr an europäische Rassen erinnerten. Seit über 30 Jahren existiert die Linie in Japan nicht mehr.
Zu dieser Zeit erkannten der AKC und der JKC (Japan Kennel Club) ihre Abstammungsurkunden gegenseitig nicht an, weshalb eine Vermischung der Linien unmöglich wurde und sie sich im Laufe der Jahre stark auseinander entwickelten.

Der japanische Typ entsprach schließlich dem typischen Erscheinungsbild eines asiatischen Spitzes. Der amerikanische Typ war meist größer, kräftiger und schwerer. Sie trugen deutliche Merkmale molossoider Rassen, wie Falten am Kopf, viel lose Haut, hängende Lefzen und Augenlieder und eine Halswamme. Darüber hinaus erinnert die große Farbenvielfalt an eingekreuzte Rassen.
Eine derartige Diskrepanz innerhalb einer Rasse führt zwangsläufig zu zahlreichen Problemen, die besonders augenscheinlich wurden, als in Europa beide Typen zunehmend an Popularität gewannen. Streitigkeiten, welcher Typ nun der „wahre Akita“ sei und Kreuzungen beider Typen, schadeten der Zucht sehr.
Und so wurde endlich am Weltakitakongress am 08.11.1998 in Hamm beschlossen, die beiden Typen in zwei verschiedene Rassen zu trennen. Beschlossen wurde:

  • der japanische Typ bleibt weiter die Rasse Akita Inu
  • der amerikanische Typ soll eine neue Rasse werden und
    • einen neuen Namen erhalten
    • einen neuen Rassestandard erhalten
    • und künftig eine Rasse der FCI – Gruppe 2, Sektion 4 (ohne Arbeitsprüfung) sein.

Auf einem Kongress im Rahmen der Welthundeausstellung in Mexiko 1999 wurde der Name "Großer Japanischer Hund" für die Rasse festgelegt und beschlossen, dass Japan als verantwortliches Land verbleibt. Für die Dauer von fünf Jahren erhält er in Klammer den Zusatz "vormals sogenannter Amerika Akita".
Seit Sommer 1999 konnten Akitas vom amerikanischen Typ auf Ausstellungen nicht mehr mit vorzüglich bewertet werden.
Nun musste eine Trennung vorgenommen werden, die auf Grund der zahlreichen Mischtypen nicht einfach war. Diese Trennung wurde von den verschiedenen Klubs, verschieden gehandhabt. In Dänemark wurde z.B. eine phänotypische  Bestimmung durch einen Formwertrichter herangezogen, in anderen Ländern musste man sich nur dann melden, wenn man glaubte einen Großen Japanischen Hund zu haben.
Wie auch immer die Trennung vorgenommen wurde, am 01.01.2000 erhielten alle Großen Japanischen Hunde neue Ahnentafeln und konnten wieder ausgestellt werden.
Eine erneute Änderung traten am 01.01.2006 in Kraft: Am 06.07.2005 wurde in Argentinien eine erneute Namens- und Gruppenänderung beschlossen. Der Name „Großer Japanischer Hund“ wurde in „American Akita“ geändert und die Rasse wurde nun wieder in die FCI Gruppe 5 eingeteilt.
Die unendliche Geschichte ist jedoch noch nicht zu Ende. Denn in den USA und auch in England wurde noch keine Trennung vorgenommen. Auch hier gibt es mittlerer Weile beide Typen und Züchter und Liebhaber fordern zunehmend eine Teilung.
Sinnvoll wäre es auf jeden Fall, denn eine derart wirre Situation innerhalb einer Rasse kann nicht gut sein.
Wie viele Vorteile die Situation dem japanischen Akita aber tatsächlich bringt, kann ich nicht sagen. Denn obwohl zunächst noch nicht geklärt war ob die Zuchtbasis für den American Akita in Europa überhaupt groß genug ist, so gewinnt er nun Zusehens an Beliebtheit. Auf Shows besticht er durch seine imposante Erscheinung und lässt den ursprünglichen Typ im Schatten stehen.
Noch ist der Akita eine häufigere Rasse, als der American Akita, aber die Meldezahlen auf Ausstellungen gehen zurück und auf einen Gruppensieg ist kaum mehr zu hoffen. Auch die Welpennachfrage sinkt. Für mich ist diese Entwicklung beunruhigend und ich hoffe, dass sich auch in Zukunft noch genug Liebhaber und Züchter dem ursprünglichen asiatischen Typ zuwenden werden und der Akita nicht irgendwann im Schatten seines amerikanischen Bruders verschwindet.